Schon Ende des vorigen Jahrhunderts begann Landfrauenarbeit durch Gründung des ersten landschaftlichen Hausfrauenvereins in Ostpreußen, später dann Reichsbund und 1948 Deutscher Landfrauenverband e.V., der bundesweit organisiert ist.
Er ist parteipolitisch unabhängig und überkonfessionell. Er vertritt und fördert die Frauen im ländlichen Raum. In den Jahren 1946/47 fanden die ersten Gründungsversammlungen statt, so auch die des Flensburger Kreisvereins. Die Frauen aus unserer Gemeinde und aus der näheren Umgebung fuhren damals noch nach Flensburg zu Vorträgen in die Landwirtschaftsschule. Um jedoch wirkungsvoller arbeiten zu können und mehr Frauen zu aktivieren, sollten Vereine auf Ortsebene entstehen.
Der Handewitter Verein wurde am 20. Februar 1953 von 16 Frauen gegründet. Diese wählten Frau Sophie Jessen zu ihrer Vorsitzenden, die 11 Jahre den Verein leitete. Es folgten 7 Jahre unter Vorsitz von Mide Hansen aus Gottrupel, dann 8 Jahre mit Hildegard Stöcken aus Unaften und seit 1979 leitet Käte Petersen aus Handewittbusch die Geschicke des Vereins. Im Laufe der Jahre ist die Mitgliederzahl auf inzwischen 276 gewachsen, so dass der Verein zu den größten von 21 im Kreisteil zählt.
Waren es in den Gründerjahren fast nur Frauen aus der Landwirtschaft, so überwiegt heute die Zahl derjenigen aus anderen Berufsständen. Damals stand die fachliche Fortbildung im Vordergrund in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftsschule. Diese besteht auch heute noch, doch hat sich das gesamte Bildungsangebot wesentlich erweitert. Neben den fachlichen Themen werden soziale, gesellschafts- politische, schulische und wirtschaftliche Probleme unserer Zeit in Vortrag und Diskussion angeboten, vor allem auch jeweils aktuelle Themen aufgegriffen. Großer Beliebtheit erfreuen sich die jährlichen Lehr- und Besichtigungsfahrten und die mehrtägigen Reisen. Praktische Kurse und Seminare ergänzen das Programm, das monatlich angeboten wird.
Wichtig ist dem Verein die Zusammenarbeit und Unterstützung anderer Organisationen und gemeinsame Unternehmungen zur Förderung der dörflichen Gemeinschaft. Überall dort, wo Aktivitäten stattfinden und wo tatkräftige Hilfe nötig ist, sind die Landfrauen zu finden. Sei es nun die Kirche zum Erntedankfest auszuschmücken, die Kaffeestube zur Festwoche auszurichten, die Verpflegung bei der Blutspende zu übernehmen, die Aktion Ferienspaß zu unterstützen oder beim Basar zu helfen, die Landfrauen sind dabei. Die Förderung der Gemeinschaft in unseren Dörfern und der Zusammenhalt seiner Bewohner ist heute wichtiger denn je. Als Stadtrandgemeinde hat Handewitt sehr viele Neubürger. Hier versteht sich der Landfrauenverein als Bindeglied zwischen diesen und Alteingesessenen, zwischen Alt und Jung, Frauen aus der Landwirtschaft und aus anderen Berufszweigen. Dies alles macht seine Stärke aus, jedoch es fordert ihn auch in besonderer Weise beweglich, vielseitig und aktiv zu sein.
Unser Landfrauenverein besteht nun 56 Jahre und hat in der Gemeinde eine geachtete Stellung. Die Versammlungen sind gut besucht und Ansporn für weitere aktive Arbeit.
Käte Petersen
